Leadership Connect - Jakob Becker Entsorgungs GmbH

Besuch bei Jakob Becker in Mehlingen


Foto: ZRW

Unser Leadership Connect Treffen mit Führungskräften der Air Force und Army bei der Jakob Becker Entsorgungs GmbH am Hauptsitz der Jakob Becker Gruppe in Mehlingen bot spannende Einblicke in ein traditionsreiches und zugleich zukunftsorientiertes Familienunternehmen. Der Austausch machte eindrucksvoll deutlich, wie unterschiedlich Strukturen sein können, und wie viele Gemeinsamkeiten dennoch bestehen.

Seit der Gründung im Jahr 1898 hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Heute umfasst die Gruppe mehr als 40 Gesellschaften und Beteiligungen, ist mit 69 Standorten in Deutschland sowie weiteren in Österreich und Italien vertreten und beschäftigt über 2.400 Mitarbeitende. Besonders bemerkenswert: Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz. Ein Umstand, der die Unternehmenskultur bis heute spürbar prägt.

Neben der klassischen Abfallentsorgung zählen u. a. Sonderabfallwirtschaft, Abwassertechnik, Abflussreinigung und Containerdienste zum Leistungsspektrum der Jakob Becker GmbH. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird großgeschrieben: Elektrisch betriebene Lkw sind bereits im Einsatz, und wo immer möglich, wird aus Abfällen Energie gewonnen. Eine Verbindung zu den Streitkräften besteht außerdem schon lange: Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Jakob Becker bereits mit der US Air Force auf der Air Base zusammen.

Bei der anschließenden Führung über das Firmengelände wurde deutlich, wie komplex und technisch anspruchsvoll moderne Entsorgungsprozesse sind. Besonders interessant war dabei der Austausch über die Unterschiede in der Mülltrennung zwischen Deutschland und den USA: Während hierzulande ein weitgehend einheitliches System gilt, regeln in den USA die einzelnen Bundesstaaten bzw. die Städte die Mülltrennung individuell.

Auch strukturelle Unterschiede zwischen Privatwirtschaft und Militär wurden intensiv diskutiert. Während bei Jakob Becker vergleichsweise flache Hierarchien bestehen, sind die Streitkräfte stärker hierarchisch organisiert. Führung basiert in beiden Bereichen auf Kompetenz und Leistung, im militärischen Umfeld spielen jedoch Rang und Position eine zusätzlich prägende Rolle. Auffällig war zudem der unterschiedliche Umgang mit Weiterbildung: In den Streitkräften werden Führungskräfteprogramme klar definiert, während bei Jakob Becker die Entwicklung von Kompetenzen im Vordergrund steht – unabhängig von formalen Titeln und auf Basis von Wissen, das den Mitarbeitenden von Anfang an vermittelt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Generationenvielfalt. Große Altersunterschiede in Führungspositionen können Herausforderungen mit sich bringen, gleichzeitig bieten sie enormes Potenzial. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es entscheidend, Erfahrungswissen und junge Potenziale miteinander zu verbinden. Eine Kultur der Akzeptanz und des gegenseitigen Respekts bildet hierfür die Grundlage. 
Beide Seiten stehen zudem vor ähnlichen Herausforderungen, wenn es um die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte geht. Die Präsenz in sozialen Medien spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle, um potenzielle Nachwuchskräfte zu erreichen. Junge Menschen erwarten heute vor allem Stabilität, Wertschätzung, Entwicklungsmöglichkeiten und eine ausgewogene Work-Life-Balance.
Ebenfalls im Mittelpunkt stand das Thema Wissenstransfer: Während bei Jakob Becker großer Wert darauf gelegt wird, implizites Erfahrungswissen vor z. B. einem Renteneintritt systematisch weiterzugeben, ist im militärischen Bereich eine umfassende Dokumentation Standard, um Prozesse stetig zu verbessern und Risiken zu minimieren.